Ilshofener Land in der Rückblende

Veröffentlicht am 19.12.2007 in Gemeindenachrichten

Schmerachwanderer haben sicher schon bemerkt, dass die Brücke unterhalb des Klingenhofes altersschwach wurde, nun aber ganz weg ist. Als vor zwanzig Jahren in einer Projektwoche Schüler der Ilshofener Schule zusammen mit Lehrern diese Brücke an historischer Stelle errichteten, freuten sich viele über das gelungene Bauwerk.

Denn immerhin sagten uns damals Fachleute, dass an diesem Übergang ab dem 13. Jahrhundert der Nord- Süd Fernverkehr die Schmerach- Klinge überquerte. Sein großer Vorteil war, dass er auch bei Hochwasser befahrbar war und die Schmerach- Klinge dort ohne große Steigung überquert werden konnte.

Schmerachhochwasser

Vorher wurden die Güter entweder auf Einachswagen oder auf dem Rücken von Lasttieren transportiert. Dieser Weg führte über das kleine Seitental bei Rudelsdorf, heute die „Ortl“ genannt, über die Schmerachklinge. In Rudelsdorf deutet noch heute der Wegweiser "Urtel" (Altes Teil) auf diese uralte Trasse. Dieser Weg war nach der Einführung der Lenkwagen zu steil, denn nunmehr konnten die Wagen viel schwerer beladen werden. Das Verkehrsaufkommen nahm immer mehr zu. Das zeigt auch der „Wegfächer", der im Rudelsdorfer Wald kurz vor der von den Schülern errichteten Brücke heute noch fünfspurig zu sehen ist. War eine Spur ausgefahren, fuhr man etwas seitlich, wo der Boden noch fest war, weiter.

Schmerachbrücke

Am westlichen Rand vom Buchwald musste der Weg in Richtung Norden den kleinen Bach, der nach Rudelsdorf führt, überqueren. Die Wegbauer der damaligen Zeit errichteten deshalb dort eine kleine Bogenbrücke. Die beiden Brückenpfeiler standen in geringem Abstand in der Grabensohle. Das Gewölbe und die Pfeiler bestanden aus kleinen Feldsteinen ohne Verwendung von Kalkmörtel. Dass so eine Brücke über lange Zeit den Belastungen standhielt, ist ein Beweis, wie fachmännisch unsere Vorfahren ihre Probleme gelöst haben. Leider wurde der Rest der Brücke beim Bau einer neuen Überfahrt zerstört.

Schmerach-Wanderer finden etwas unterhalb der vor zwanzig Jahren erbauten Brücke den „Schafsgumpen“. Dort wurden die Schafe vor der Schur gewaschen. Der aufmerksame Wanderer kann heute noch seitlich eine kleine, in das Gestein geschlagene „Badewanne" erkennen. Die Wassertiefe war dort gerade richtig, so dass die Schafe mühelos gewaschen werden konnten. Die kleine Stadt an der großen Straße, so nannte sich Ilshofen damals beim großen Stadtfest 1980.

Ein Grund, uns auch immer wieder an unsere Vorfahren zu erinnern, wie sie in ihrer Zeit erfolgreich geplant und gewirtschaftet haben.

Fritz Laukenmann

 

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Evelyne Gebhardt

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